Schloss Rheinsberg in Brandenburg“Dies ist ein ehrwürdiges Schloss. Sie werden die Erinnerung daran Ihr ganzes Leben bewahren. Im Garten ist auch noch die Sonnenuhr sehenswert”. So beendet der Kastellan Herr Adler in Kurt Tucholskys “Rheinsberg” die Führung durch das Schloss.
Schloss Rheinsberg, äußerst malerisch am Grienecker See gelegen, war im Mittelalter als Wasserburg entstanden. Dieser folgte ein während der Renaissance erbautes Wasserschloss. Nach mehrfachem Wechsel der Besitzer ließ der spätere König Friedrich II. Schloss Rheinsberg ausbauen und erweitern. Sein jüngerer Bruder schließlich, Heinrich Prinz von Preußen, dem er das Schloss später schenkte, ließ Schloss und Park über viele Jahre immer wieder mit den unterschiedlichsten Bauten und Kunstwerken ergänzen und verschönern. Heinrich war ein sehr kunstliebender Mann, was auch in der Innenarchitektur des Schlosses seinen Niederschlag fand. Noch heute können hier neben Raumdekorationen aus der friderizianischen Ära die originalen frühklassizistischen Raumgestaltungen seiner Zeit bewundert werden. In Verbindung mit den Ausstellungsstücken im Schloss entsteht ein intensiver Einblick in die Welt des Adels in jener Zeit.
Im Schlosspark ließ Heinrich viele Gebäude erstellen, so das Kavaliershaus, das heute die Musikakademie und das Schlosstheater beherbergt. Pavillons, ein Obelisk auf den Terrassen am Westufer des Sees, zur Erinnerung an den siebenjährigen Krieg, die korinthischen Säulen, die das Gartenportal bilden und die benachbarten Sandsteinskulpturen verschönern die herrliche Parkanlage rund um Schloss Rheinsberg. Die gut erhaltene Feldsteingrotte mit ihrem ursprünglichen, fast wilden Flair, diente der Schlossgesellschaft für ihre sommerlichen Abendvergnügungen.
In der Pyramide mit abgebrochener Spitze, die der Prinz selbst als seine künftige Grabstätte im Park erbauen ließ, wurde Heinrich im Jahr 1802 beigesetzt.
Heute ist das Schloss ganzjährig als Museum zu besichtigen und nicht zuletzt ist hier auch das Kurt Tucholsky Literaturmuseum angesiedelt.
Herr Adler hatte sicher recht. Die hier entstandene und bis heute so gut erhaltene Harmonie aus Architektur, Kunst und Natur, die Schloss Rheinsberg seinen Besuchern bietet, wird eine dauerhafte Erinnerung bleiben.
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Der Roland in BrandenburgRolandfiguren sind, besonders im Norden Deutschlands, weit verbreitet und symbolisieren bürgerliche Freiheit und wirtschaftlichen Wohlstand. Das Roland Ritterstandbild in Brandenburg zählt zu den schönsten Kunstwerken dieser Art und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.
Bereits 1402 erwähnt die Ortschronik einen hölzernen Roland, welcher jedoch bald Bruchstellen aufwies und 1474 durch die Sandsteinfigur eines unbekannten Meisters ersetzt, inmitten des Neustädter Marktplatzes aufgestellt wurde.
Schon im 15. Jahrhundert legten die Brandenburger großes Vertrauen in "Ihren" Roland, wie eine Sage beweist. In den Wäldern hauste Räuber Habakuk, welcher eine Kaufmannstochter verschleppte. Das Mädchen musste schwören, sein Versteck niemals preiszugeben. Sie konnte flüchten und bat den Roland um Hilfe. Waren es auch letztlich die Stadthalter, welche ihrer Mehlspur folgten und den Räuber dingfest machten, zeugt diese Überlieferung doch von Verbundenheit und Wertschätzung.
Die 5,35 Meter hohe Figur trägt eine Plattenrüstung, des weiteren symbolisieren Arm- und Beinschienen die Wehrhaftigkeit des Roland. Während das Richtschwert senkrecht erhoben wird, greift die linke Hand nach dem Dolch. Eine Besonderheit des Brandenburger Rolandes ist das Büschel Donnerkraut, welches in der Mulde seines Kopfes wächst und vor Blitzschlag schützen soll.
1716 erweist sich der Roland bei Parademärschen und Exerzierübungen als hinderlich und Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. beschließt seine Umlagerung zum Neustädter Rathaus. Die Wirren des II. Weltkrieges machen einen erneuten Standortwechsel nötig. Die Rolandfigur entgeht, demontiert in einem Landgut, der Zerstörung des Neuen Rathauses. Seit 1946 kann der Brandenburger Roland neben dem Portal des Altstädter Rathauses bestaunt werden. Eine Kopie der Rolandfigur befindet sich vor dem Märkischen Museum in Berlin.
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